Verleihungen der Ehren-
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Die beiden Deutschen Schachgroßmeister Lothar Schmid und Wolfgang Uhlmann werden zu Ehrenmitgliedern der Emanuel Lasker Gesellschaft ernannt

Dresden, 15. November 2008. Auf der 38. Schacholympiade hat die Lasker-Gesellschaft Ehrenurkunden an den „Schachschiedsrichter des Jahrhunderts“, Lothar Schmid, und den  erfolgreichsten Schachspieler der DDR, Wolfgang Uhlmann, verliehen. Mit der Auszeichnung wurden ihre herausragenden Leistungen und Verdienste als Schachspieler, -sammler und -theoretiker gewürdigt.

Paul Werner Wagner, Vorsitzender der Lasker-Gesellschaft, dankte den beiden Mitgliedern auf der diesjährigen Schacholympiade für ihre Verdienste persönlich. Beide nahmen die Urkunde dankend entgegen.

Lothar Schmid ließ es sich nicht nehmen, einige Erinnerungen seiner ersten Erlebnisse mit Schach zu erwähnen.  Er schilderte das erste Zusammentreffen mit Wolfgang Uhlmann nach dem Krieg, wo ihm der zehnjährige Wolfgang bei einem Simultanspiel gegenüber saß und ihn bezwang. „Ich wusste, dass aus ihm mal ein großer Schachspieler wird“, so der ehemalige Deutsche Jugendschachmeister. Der Sieg des 21jährigen Lothar Schmid gegen den 38 Jahre älteren Großmeister Jefim Bogoljubow verdeutlichte das Potential als großen Schachspieler. Die  intensive Arbeit im Karl-May-Verlag, dem Erbe seines Vaters,  unterbrach jedoch seine Laufbahn als Schachprofi. Der ehemalige Großmeister im Nah- und Fernschach wurde wegen seiner korrekten und wohlwollenden Art häufig als Wunschschachschiedsrichter gewählt. In der Öffentlichkeit trat er erstmals wieder in den 50er Jahren auf. Besondere Leistung erbrachte er im Wettkampf um die Schachweltmeisterschaft 1972 in Reykjavik zwischen Bobby Fischer und Boris Spasski oder im WM-Kampf Karpow-Kortschnoj von 1978. Als internationaler Schachschiedsrichter erhält er 2005 den Titel „Schachschiedsrichter des Jahrhunderts“.

L. Schmid

Lothar Schmid besitzt die bedeutendste Privatsammlung von Schachliteratur weltweit.

Der WM-Kandidat Wolfgang Uhlmann bedankte sich für seine Auszeichnung ebenfalls mit einigen Anekdoten. Er philosophierte über seine Lieblingseröffnung, die französische Verteidigung, mit der er auch den bedeutenden Sieg 1960 in Buenos Aires gegen den amerikanischen Schachgroßmeister Bobby Fischer meisterte. Schon in seiner Jugend wurde er bei Turnieren staatlich gefördert und gewann erstmals im Jahr 1954 die DDR-Meisterschaft. Zehn weitere Titel sollten folgen. Der gelernte Buchhalter kann auf eine beachtliche internationale Karriere als Schachspieler zurückblicken, z.B. auf den Sieg von Havanna und Sarajevo (1964), Zagreb (1965) oder Berlin (1968).

W. Uhlmann

Darüber hinaus publiziert Uhlmann seit den 80er Jahren. Beide gelten als bedeutende deutsche Schachgrößen des vergangenen Jahrhunderts.

von Anne-Kathrin Glück

 

aktualisiert: 05.Dezember 2008