Das 9. Lasker-Masters der Emanuel-Lasker-Gesellschaft am 08.10.2017.

Nach vierjähriger Unterbrechung, in denen das Lasker Masters dreimal in Wolfen und einmal in Leipzig zu Gast war, fand das 9. Lasker Masters wieder in Berlin statt. Austragungsort war das Russische Haus für Wissenschaft und Kultur in der Friedrichstr. 65 Teilnehmer bedeuteten einen neuen Rekord für dieses Turnier, das 2009 ins Leben gerufen wurde und als dessen erster Sieger sich GM Viktor Kortschnoi eintragen konnte.

Das diesjährige Turnier hatte einen klaren Favoriten – den für den USV TU Dresden spielenden IM Maximilian Neef - im Bild oben bei der Partie der 5. Runde gegen Udo Hoffmann.

Doch vor dem Start des Turniers wurde von den Teilnehmern noch etwas Geduld erwartet. Durch spontane Anmeldungen noch am Turniertag stieg die Teilnehmerzahl weit über die kühnsten Erwartungen, so daß als Erstes zusätzliches Spielmaterial beschafft werden mußte.

Als dann alle Vorbereitungen getroffen waren, eröffnete Paul Werner Wagner die Veranstaltung mit der Begrüßung eines Ehrengastes: er stellte den Anwesenden den 98-jährigen Professor Dr. Leopold Dumler vor, der 1935 als 16-jähriger Schüler eine Simultanpartie gegen Emanuel Lasker gespielt und remisiert hatte. Prof. Dr. Dumler beantwortete ein paar Fragen zu seiner – immer noch aktiven - Schachkarriere und der nun schon viele Jahrzehnte zurückliegenden Simultanpartie.

Danach stellte Thomas Weischede noch einige von der Lasker-Gesellschaft geplanten Veranstaltungen anläßlich des Laskerjahres 2018 vor, bevor vom Turnierleiter die erste Runde freigegeben werden konnte.

65 Spieler und Spielerinnen im Alter von 8 bis 83 Jahren und in einer breit gefächerten Leistungsstärke vom Anfänger bis zum Titelträger nahmen den Wettkampf auf. Nach drei Runden hatten nur noch vier Spieler eine makellose Bilanz von drei Siegen aufzuweisen. Diese traten in der 4. Runde gegeneinander an und nachdem IM Neef in Runde 5 Udo Hoffmann bezwungen hatte, war er nach der Hälfte des Turniers der einzige mit einer 100%-Ausbeute.

Während IM Neef an der Spitze unbeirrbar seine Kreise zog, blieb es beim Kampf um die Preisränge spannend. Hier wechselten die Positionen der Spieler nach jeder Runde. Nach der 8. Runde hatte IM Neef 1,5 Punkte Vorsprung und der Turniersieg war ihm nicht mehr zu

nehmen.

In der Schlußrunde gelang es Silvio Lahtela etwas überraschend, Neef zu bezwingen. Das brachte ihm in der Endabrechnung den zweiten Platz, hauchdünn nach Buchholz-Wertung vor Udo Hoffmann. Beide
hatten 7 Punkte, mit je 6,5 Punkten landeten Vitalij Major, FM Dirk Paulsen und Fernando Offermann auf den Plätzen 4 bis 6.

Den Damenpreis gewann WIM Brigitte Burchardt vor der punktgleichen Christine Giebel. In der Seniorenwertung (Ü60) konnte sich Werner Püschel vor dem ebenfalls punktgleichen Michael Schulz durchsetzen und den Juniorenpreis (U18) sicherte sich Sander Breitzmann mit 5,5 Punkten.

Vjekoslav Pelivan und der zwölfjährige Ruslan Zaitsev spielten ein hervorragendes Turnier. Sie konnten gemäß der inoffiziellen Turnierauswertung ihre Wertzahlen um 88 bzw. 116 Punkte steigern.

Alle bei der Siegerehrung anwesenden

Teilnehmer, die nicht die Preisränge erreicht hatten, konnten sich über einen Sachpreis freuen und so mußte nach einem

gelungenen Turnier niemand mit leeren Händen den Heimweg antreten. 

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