Erinnerungen an Boris Spasski (30.01.1937-27.02.2025)

Am 27. Februar 2026 jährt sich zum ersten Mall der Todestag von Boris Spasski, den 16. Schachweltmeister. Legendär ist sein WM-Kampf von 1972 in Reykjavik gegen Bobby Fischer, der vielfach als Wettkampf des Jahrhunderts bezeichnet wird und Generationen von Schachspielern zum Schach gebracht hat.

Der ELG war Spasski als einfaches Mitglied verbunden. Unvergessen ist das gemeinsame Event mit ihm im Haus der Geschichte in Bonn im Jahr 2007 zur Sonderausstellung „Schach und Politik“.

Die ELG verneigt sich vor diesem großen Schachspieler und wahren Schachfreund, der stets ein fairer Gentleman auf und neben dem Brett blieb und alle Höhen und Tiefen seiner außerordentlich langen Karriere mit Eleganz und feinem Humor prägte. Wie schwierig dabei sein Aufstieg zum Weltmeister im Reigen der sowjetischen Topspieler der 60er-Jahre war, wird bei alledem oft vergessen. Erst durch ein starkes Finish im Zonenturnier 1964 gelang ihm die Qualifikation für das Unterzonenturnier in Amsterdam 1964, bei dem er sich für die nach Curacao 1962 im Zweikampf-Modus ausgetragenen Kandidatenmatches qualifizierte. Dies brachte ihm den Spitznamen „Come-back-Kid“ ein. Das neue Format von Zweikämpfen war ideal für den genialen Psychologen Spasski, der es in den Zyklen 64-66 und 67-69 jeweils schaffte, sich als Herausforderer des Weltmeisters Petrosjan durchzusetzen. 1968 gelang ihm dies im Finale von Leningrad gegen Viktor Kortschnoi, mit dem er sich ein ebenso spannendes Finale 1977 lieferte.

Über Spasski sind viele Publikationen erschienen, u.a. von Ulrich Geilmann „Boris Spasski-Der Leningrad Cowboy“. Dieses Werk kann jedem Schachenthusiasten nur anempfohlen werden.

Wer sich einmal schnell und übersichtlich mit allen Partien des Aufstiegs aus den 60er-Jahren beschäftigen möchte, dem sei folgender Link angeraten:

https://www.chessgames.com/perl/chesscollection?cid=1004156

Wie populär sein universeller Spielstil war, dem gerade im Angriff kaum ein Spitzenspieler standhalten konnte, zeigt seine Partie gegen Bronstein von der UdSSR-Meisterschaft 1960, die es in den James-Bond-Film „Liebesgrüße aus Moskau“ von 1963 schaffte.

Rest in Peace Boris!

Berlin, im Februar 2026

Thomas Weischede,

Vorstand ELG