Chess in the Third Reich – How the Game Was Played, Glorified, and Abused in Nazi Germany

Im letzten Jahr hat Taylor Kingston das Buch zum obigen Titel herausgebracht. Gerade für die ELG wurde damit eine Lücke zum dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte geschlossen, deren Opfer auch Lasker geworden ist. Das Buch, zu dem Herbert Bastian ein Vorwort verfasst hat, kann allen Schachfreunden nur zur Lektüre empfohlen werden.

Gerade im Lichte der heutigen Zeiten ist es der ELG ein Anliegen, jedem Bestreben, solche Zeiten zu verharmlosen oder gar zu verherrlichen, entgegenzuwirken. Genau solchen Tendenzen widmen sich viele Personen, die über eine Partei antidemokratische Propaganda verbreiten und oft nur untauglich ihre rechtsextreme Gesinnung kaschieren können. Es ist daher zu begrüßen, dass u.a. mit dem vor kurzem erfolgten Akt der Wiedergutmachung jüdischer Doktoranten an der FAU, zu denen auch Lasker zählte, diesem Gesinnungsunwesen begegnet wird. Denn Lüge und Heuchelei haben auf dem Schachbrett nichts verloren – so ein bekanntes Zitat von Lasker. Solche Methoden sollten auch im wahren Leben und der Politik keine Existenzberechtigung haben.

Wer die Werte des Schachs lebt, fällt auf solche Propaganda nicht herein. Wie mit solchen Methoden schon die Nazis agiert haben, zeigt Kingston eindrucksvoll auf. Die ELG ist dankbar für diesen Beitrag zur Schachgeschichte. Alle Erfahrungen mit rechtsextremen Regimen zeigen, dass zuallererst das eigene Wahlvolk systematisch um alle rechtsstaatlichen Errungenschaften zum eigenen Vorteil einer populistisch agierenden Minderheit beraubt wird, um dann ganze Staaten und viele Menschen in den Abgrund zu reißen. Die Generationen, die wie Lasker dies noch persönlich erlebt und erlitten haben, sterben in Deutschland langsam aus. Den künftigen Generationen bleibt zu wünschen, dass sie die Einsicht haben, dass es vor allem auch zum eigenen Nachteil gereicht, solchen Gesinnungen und Methoden staatliche Macht anzuvertrauen zu wollen. Denn allen anderweitigen Bekundungen zu Trotz lehrt die Geschichte – von der Vergangenheit bis heute -, dass solches Gedankengut Macht nur missbraucht. Genau dies zeigt das Werk von Kingston am Beispiel des Missbrauchs des Schachs unter den Nazis auf.

Berlin, im August 2026

Thomas Weischede,

Vorstand ELG