Schach boomt weltweit. Auch auf dem afrikanischen Kontinent finden immer mehr Schachaktivitäten statt. Eine ganz besondere Premiere war aber das 1. Schach-Open in Malabo, der Hauptstadt von Äquatorialguineas, das am 16. März 2025 stattgefunden hat. Die Initiative geht auf die Deutsche Botschaft in Jaunde zurück. Zuständig war der Schachfreund Paul Sonntag, ohne den dieser Erfolg nicht möglich gewesen wäre. Er berichtet wie folgt vom Turnier:
„Ajedrez sind fronteras! – Grenzenloses Schach in Malabo
Fast 50 Spieler aus acht Ländern – Malabo im Schachfieber. An einem tropisch-heißen Sonntag im März zeigte sich schon bei der Teilnehmerregistrierung schnell, warum Schach in dem kleinen zentralafrikanischen Land Äquatorialguinea als absolute Trendsportart gilt.
Eilig müssen immer mehr Bretter und Uhren herangeholt werden, der Präsident des Schachverbandes fährt gar zu sich nach Hause, um sein eigenes Brett noch beizusteuern. Der Andrang in Malabo übersteigt die Erwartungen bei weitem. Das erste Jedermann-Schachturnier Äquatorialguineas ist in aller Munde.
Keine Teilnahmegebühr, hochwertige Sachpreise und nationale Berichterstattung lockten 46 Schachspieler jeden Alters an. Mit der großzügigen Unterstützung diverser Spender (Lufthansa Malabo, Lasker Gesellschaft, Chess Tigers, SpVgg Zabo Eintracht und der Deutschen Botschaft Jaunde) organisierte der nationale Schachverband ein Turnier, das es in der jungen Geschichte des Sports in der Hauptstadt Malabo in dieser Form noch nie gegeben hat. Sieben Runden im Schweizer System, zehn Minuten Bedenkzeit, zwei Altersklassen, mehr als fünf Stunden duellierten sich die Teilnehmer bei tropischen 36 Grad im Schatten. Die Mehrzahl stammte von lokalen Clubs. Auch amerikanische, französische und deutsche Diplomaten kämpften mit um den Titel, nicht zu vergessen Mitstreiter aus Kuba, Spanien, dem Libanon und Nigeria. „Schach ohne Grenzen“ – buchstäblich. Die Trophäen aber blieben in beiden Kategorien in Malabo. Die Lokalmatadoren Estebán Catalán und Angel Gatjsen kontrollierten mit jeweils sechs aus sieben Punkten das Teilnehmerfeld. Doch für die Verfolger bietet sich möglicherwiese schon bald die Möglichkeit zur Revanche.
Die Deutsche Botschaft plant nach diesem Erfolg eine dauerhafte Zusammenarbeit mit dem nationalen Schachverband. Neben Materialien fehlt es in Äquatorialguinea vor allem an Räumlichkeiten für die wachsende Schachcommunity. Geplant ist die Errichtung einer „Schachoase“ mit fest installierten Tischen an der örtlichen Strandpromenade, frei zugänglich für Jedermann und -frau. Noch werden Unterstützer und Spender gesucht, auch Vereinsfreundschaften sind angedacht. Die Nachfrage ist in jedem Fall enorm, schon jetzt gehen Anmeldungen für eine Neuauflage des Turniers ein. Zur Kontaktaufnahme wenden Sie sich bitte an die Deutsche Botschaft in Jaunde (pol‑3@jaun.diplo.de).“
Weitere Turnierberichte finden Sie hier, hier und auch hier.





Gemeinsam mit Chess Tigers und dem Berliner Schachverband hatte die ELG die Ehre, diese Initiative unterstützen zu dürfen. Dafür sei unseren Partnern, vor allem den Schachfreunden IM Jonathan Carlstedt und Paul Meyer-Dunker herzlich gedankt.
Natürlich wird die ELG auch künftige Turniere in Zentralafrika im Rahmen ihrer Möglichkeiten unterstützen. Mit der Unterstützung des Turniers möchte die ELG einen Beitrag dazu leisten, die Werte des Schachs, namentlich Respekt, Toleranz, Chancengleichheit und Zivilcourage weltweit zu fördern.
Berlin, im April 2025
Thomas Weischede,
Vorstand ELG