Beat Rüegsegger # 01/26
Walter Bendix Schoenflies Benjamin (1892-1940)
Der deutsche Philosoph, Kulturkritiker und Übersetzer hatte eine spezielle Freundschaft zu Bertolt Brecht. Beide waren sie vor den Nationalsozialisten ins Exil geflohen. Ihre Gedankenkreise aber berührten sich nur an entfernten Punkten. Es ist die Vermisstenanzeige einer Freundschaft: „Das Schachbrett liegt verwaist, alle halben Stunden geht ein Zittern der Erinnerung durch es: da wurde immer von ihnen gezogen.“ Bertolt Brecht schreibt diesen Satz in einem Brief an seinen Freund Walter Benjamin, weil er ihn um sich haben möchte im dänischen Exil, in Svendborg unterm Birnbaum, wo sich Mitte der dreissiger Jahre eine intellektuelle Idylle etabliert, die die Welt draußen lassen konnte, ohne sie zu vergessen. Man hat nebeneinander gearbeitet und miteinander diskutiert. Und man hat Schach gespielt. Legendär Benjamins „Ermattungstaktik“, nicht minder legendär Brechts angriffslustige Fahrlässigkeit.
Mit einer Verspätung von zehn Monaten hat Bertolt Brecht im kalifornischen Exil vom Tod des vor den Nazis geflüchteten Walter Benjamin erfahren. Auf kleine Zettel schreibt er im Sommer 1941 vier Gedichte zum Gedenken:
„Ermattungstaktik war’s, was dir behagte / Am Schachtisch sitzend in des Birnbaums Schatten / Der Feind, der dich von deinen Büchern jagte / Lässt sich von unsereinem nicht ermatten.“
Er schrieb in „Über den Begriff der Geschichte“ (1940) in „Gesammelte Schriften“, Bd. I (1991), Seite 691:
„Bekanntlich soll es einen Automaten gegeben haben, der so konstruiert gewesen sei, dass er jeden Zug eines Schachspielers mit einem Gegenzuge erwidert habe, der ihm den Gewinn der Partie sicherte. Eine Puppe in türkischer Tracht, eine Wasserpfeife im Munde, saß vor dem Brett, das auf einem geräumigen Tisch aufruhte. Durch ein System von Spiegeln wurde die Illusion erweckt, dieser Tisch sei von allen Seiten durchsichtig. In Wahrheit saß ein buckliger Zwerg darin, der ein Meister im Schachspiel war und die Hand der Puppe an Schnüren lenkte. Zu dieser Apparatur kann man sich ein Gegenstück in der Philosophie vorstellen. Gewinnen soll immer die Puppe, die man „historischen Materialismus“ nennt. Sie kann es ohne weiteres mit jedem aufnehmen, wenn sie die Theologie in ihren Dienst nimmt, die heute bekanntlich klein und hässlich ist und sich ohnehin nicht darf blicken lassen.“
In den Sommermonaten des Jahres 1934 hielt sich Walter Benjamin bei Bertolt Brecht in Svendborg, Dänemark, auf. Der Charme des Buches von Erdmut Wizisla (1958-) „Benjamin und Brecht: Die Geschichte einer Freundschaft“ (2004) wird von drei Fotos illustriert, die die beiden in der Anfangsphase einer einzigen Schachpartie zeigen.

Brecht hat die weißen Figuren, Benjamin ist schwarz. Die Stellung ist unverwechselbar und lässt vermuten, dass beide mehr sind als „Müssiggänger im Garten des Schachs“. Die Anordnung der zentralen Bauern – die weißen auf den dunklen Feldern und die schwarzen auf den weißen Feldern, die eine Kette bilden – reicht aus, um zu erkennen, dass die Partie mit der als Französische Verteidigung bekannten Eröffnung begonnen hat. Diese ersten Züge können wie folgt rekonstruiert werden:
1. e2-e4 e7-e6
2. d2-d4 d7-d5
3. e4-e5 c7-c5
4. f2-f4 c5-c4
5. g2-g3 Lf8-b4
6. Sb1-d2 Lb4×d2+
7. Lc1×d2 f7-f6
8. e5×f6 Dd8×f6
Der Autor berichtet, dass zum Tagesablauf in Dänemark (wohin Benjamin 1936 und 1938 zurückkehrte) „nach dem Essen ein oder zwei längere Schachpartien“ gehörten. Diese Partien wurden ohne begleitende Konversation gespielt, aber die Bedeutung, die dieser wiederholte, schweigsame Kampf für jeden Gegner hatte, lässt sich an den Hinweisen ermessen, die man in verschiedenen Briefwechseln findet. Zweimal schreibt Brecht an Margarete Steffin über das neue Schachspiel, das er billig erworben hatte: „Meine Schachfiguren sind so groß wie die von Benjamin.“ Neben dem regelmäßigen Spiel deutet die Wahl der Französischen Verteidigung auf einen möglichen Kontakt mit der Schachtheorie der damaligen Zeit hin. Erstmals 1834 in einem Fernkampf zwischen Paris und London gespielt, wurde die Theorie der Französischen Verteidigung in den 1910er- und 1920er-Jahren von Aron Nimzowitsch maßgeblich weiterentwickelt, während der lettische Großmeister im Exil in Kopenhagen lebte. Nimzowitsch ist der Autor dessen, was allgemein als das erste moderne Werk der Schachtheorie anerkannt wird, nämlich Mein System (1925).
Der bekannte französische Maler und Schachspieler Marcel Duchamp soll gesagt haben: „Nimzowitsch ist mein Gott.“ Brechts dritter Zug 3. e4-e5 leitet die Vorstoßvariante ein, für die sich Nimzowitsch ebenfalls einsetzte, als er dieser Verteidigung gegenüberstand. Folgende weitere Zugfolge ist wahrscheinlich:
9. Ld2-e3 Sg8-e7
10. h2-h4 Se7-f5
11. Le3-f2 Sb8-c6
12. c2-c3
Benjamin scheint der stärkere Spieler zu sein, obwohl er in einem Brief an Gretel Adorno 1938 zugibt, dass er „selten gewinnt“. Vielleicht hat der wetteifernde Brecht, der sich um Lebkuchen oder Whisky drängelte, in den vier Jahren dazwischen eifrig geübt. Steffin spielt 1936 auf sein sich verbesserndes Spiel an: „… Jetzt besiegt er häufig Hanns Eisler. …“
Brecht hat nur eine seiner verbliebenen Figuren, den Läufer, bewegt; die anderen warten auf ihren ursprünglichen Feldern. Man erhält einen erklärenden Hinweis zur Spielweise aus Benjamins Tagebucheintrag vom 12. Juli 1934. Dort notiert er Brechts Überlegungen zu dem neuen Spiel, das sie sich für Karl Korschs Besuch ausgedacht haben: „… bei dem sich die Funktion jeder Figur ändert, nachdem sie eine Zeitlang auf demselben Feld gestanden hat: Sie soll entweder stärker oder schwächer werden. Auf diese Weise entwickelt sich das Spiel nicht, es bleibt lange gleich. …“
Wenn das vorangegangene Spiel hier bezeichnez ist, dann könnte die Stellung auf den Fotos tatsächlich lange gleich geblieben sein. Die dynamische Spannung in der Stellung hat sich zweimal vorzeitig gelöst: Benjamins Bauernzug c5-c4 und Brechts Bauerntausch auf dem Feld f6. Die weißen und schwarzen Bauern sind nun in der Mitte des Brettes blockiert: Die Bauernstruktur wirkt wie eine Barriere, die die gegnerischen Figuren auseinanderhält und zu einer langwierigen Partie führt. Es ist sogar möglich, dass Benjamins siebter Zug 7 … f7-f5 war, um das Zentrum vollständig zu schliessen. Brecht hätte dann en passant auf f6 geschlagen.
Der Autor zitiert einen Brief von Steffin an Benjamin: „… Was Ihr Schachspiel betrifft, so erinnere ich mich noch an Ihre „Ermüdungstaktik“. Üben Sie sie noch? (27. Oktober 1937). …“ Dieses Urteil über seinen bevorzugten Stil wird durch Helene Weigels Sticheleien untermauert: „… Ich würde gerne wissen, wie es Ihnen geht … mit all Ihren unfreundlichen Eigenheiten. Ich habe begonnen, das Schachspiel zu lernen, und so gäbe es eine Gelegenheit für Sie, mich zu Tode zu ärgern (20. Januar 1935). …“
Wenn es sich um eine typische Partie handelt, dann ist dies eine faire Beschreibung ihres wahrscheinlichen Verlaufs; das Spiel konnte seinen vollen, zermürbenden Charakter entfalten, da auf dem Foto keine Schachuhr zu sehen ist. Ohne ein solches Gerät, das die Geschwindigkeit der Antwort reguliert, versank Benjamin in Gedanken. Wie Brecht 1936 schrieb, als er ihn einlud, wieder in Dänemark zu bleiben: … „Das Schachbrett liegt verwaist, und jede halbe Stunde durchfährt es ein Zittern der Erinnerung: Das war, als du deine Züge gemacht hast. …“
In der zweiten Hälfte des Jahres 1941, als er verspätet vom Schicksal seines Freundes erfuhr, schrieb Brecht vier Gedichte als Hommage an Benjamin. Eines, ein kurzer Vierzeiler, beginnt mit einem ähnlichen Wort wie das von Steffin, die ebenfalls kurz zuvor gestorben war. Diese Zeilen gehören zu den hier betrachteten Bildern und dem Spiel:
„Ermattungstaktik war’s, was dir behagte. Am Schachtisch sitzend in des Birnbaums Schatten. Der Feind, der dich von deinen Büchern jagte, lässt sich von unsereinem nicht ermatten. “
Und in „An Walter Benjamin, der sich auf der Flucht vor Hitler entleibte“ schreibt er:
„Taktik der Zermürbung hast du genossen Am Schachbrett im Schatten des Birnbaums sitzend. Der Feind vertrieb sie dann aus ihren Büchern. Unseresgleichen? Niedergeschlagen, überspielt. “
Berlin, im März 2026
Beat Rüegsegger
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CHESSFIGURES # 01/24

Solo für Deutschmann # 03
Fake and Fiction
„Wie soll ich einen Mann respektieren, der nicht einmal Schach spielen kann?“ Dieser wunderbare Satz stammt nicht von Emanuel Lasker, sondern von der Schachspielerin Kelly Atkins. Ich habe ihn in der Sammlung der schönsten Schachzitate auf der Website des Schachclubs Donaueschingen gefunden und natürlich sofort versucht, Näheres über Frau Atkins in Erfahrung zu bringen, denn das muss ja eine tolle Frau sein, die einen solchen Satz der Männerwelt entgegenschleudert: Schach spielen können als minimale Voraussetzung für Respekt. Das ist schon starker Tobak! Aber sie hat natürlich Recht. Schach gehört zwar nicht zu den universitären sieben freien Künsten, aber Schach springt irgendwo im Dreieck zwischen Kunst, Wissenschaft und Sport herum. Das ist nicht nur zu respektieren, das kann man auch estimieren. Dazu bedarf es allerdings gewisser Vorkenntnisse. Leo Tolstoi schrieb: „Ich bedaure jeden, der das Schachspiel nicht kennt. Bringt es schon dem Lernenden Freude, so führt es den Kenner zu hohem Genuss.“ Selbstverständlich auch die Kennerin. Man muss nicht das Brett im Kopf haben, obwohl es dort besser aufgehoben ist als vor dem Kopf. Man muss auch nicht die Notation einer eben gespielten Blitzpartie herunterrattern können. Schachkultur kommt unaufgeregter daher. Jonathan Rowson eröffnet uns eine Perspektive: „Schach ist eine Feier existenzieller Freiheit.“ In der künstlich erzeugten Zeitnot einer Bullet-Partie mit 60 Sekunden Bedenkzeit kann sie sich zum sinnlosen Exzess steigern, aber eine freie Partie hat durchaus ihre kontemplativen Momente. Schach – mit Verstand gespielt – ist eine wunderbare Sache. Mit Schach hält sich der Terminator wach und er schärft seine Konzentration, versichert uns Arnold Schwarzenegger. Schach ist das Spiel, das die Verrückten gesund hält, hat Professor Einstein diagnostiziert. Vielleicht hat er diese Erkenntnis bei einem der gemeinsamen abendlichen Spaziergänge auch einem skeptisch dreinblickenden Emanuel Lasker anvertraut. Lasker und Einstein wohnten beide in Schöneberg. Man schätzte sich. Die Voraussetzungen dazu waren gegeben, und wo Dissens herrschte, trat vermutlich Respekt auf den Plan. Wie gesagt, der wunderbare Satz „Wie soll ich einen Mann respektieren, der nicht einmal Schach spielen kann?“ stammt nicht von Lasker. Leider auch nicht von Frau Kelly Atkins. Bei meiner Suche nach ihr, bin ich nur auf einen Mr. Kelly Atkins Senior Editor von Chessville.com gestoßen. Schade, eigentlich. Man sollte das Zitat einfach Beth Harmon aus „Queens Gambit“ zuschreiben. Könnte gut sein, dass es dann in der nächsten Staffel von der wunderbaren Anya Taylor-Joy einem Schachspieler der misogynen Sorte am Brett serviert wird!
Solo für Deutschmann # 02
Aphorismen sind etwas für Leute mit wenig Zeit. Bitte schön: „Das Schachspiel ist ein See, in dem eine Mücke baden und ein Elefant ertrinken kann“. Fast jeder Schachspieler kennt diese altindische Weisheit, hat sie irgendwann gelesen und innerlich abgenickt: „Da ist wohl was dran!“ Sir Arthur Conan Doyle betrachtete das Schachspiel aus der Perspektive von Sherlock Holmes und stellte fest: „In zehn Mordfällen gibt es nicht so viele Geheimnisse wie in einer Partie Schach“. Emanuel Lasker hätte vermutlich mit naturwissenschaftlichem Interesse und detektivischem Sachverstand darauf hingewiesen, dass Mücken nicht baden können, weil sie die Oberflächenspannung des Wassers davon abhält, einzutauchen. Aber genau dieser Umstand macht es ihnen möglich, über das Wasser zu laufen. Einen Schritt weiter gedacht, drängt sich folgende Vermutung auf: Ist das Schachspiel nicht vielmehr ein Wasser, über das ein Elefant laufen und in dem eine Mücke untergehen kann? Nicht immer, aber manchmal! Es gibt jedenfalls Partien Laskers, die diesen Verdacht erhärten, etwa seine berühmte Partie gegen Harry Nelson Pillsbury mit den magischen Turmzügen. Laskers geistreiche, geradezu paranormale Verteidigungskunst triumphierte in der Turnierarena wiederholt in sogenannten verlorenen Stellungen. Der Neid der Konkurrenten raunte vom Laskerschen Schachglück. Nüchtern und neidlos betrachtet ist doch seit der Erfindung des Schachs klar: Eine Partie ist dann verloren, wenn ein Spieler aufgibt oder nachweislich matt gesetzt wurde. In unserer Zeit kommt noch der Gebrauch des Smartphones auf der Toilette hinzu. Schon ein Piepsen des Handys in der Hosentasche kann heute eine Partie entscheiden. Und das ist auch gut so, denn das Schach lebt wie keine andere Sportart davon, dass der Spieler autonom agieren muss. Aus diesem Grunde werden heute Partien auch nicht mehr unterbrochen und vertagt! Das ist der besondere Reiz eines Schachwettkampfes: Gedankliche Arbeit in absoluter Ruhe und keinerlei Einfluss von außen. Absolute Eigenverantwortlichkeit bis zum Ende des Kampfes, und das macht auch den Unterschied zum Boxen. Beim Schach muss man, wenn es soweit ist, das Handtuch selbst werfen. Schach ist in den letzten Jahren zu Recht immer mehr in Mode gekommen. Ein analoges, haptisches Spiel, das mit der digitalen Welt in hervorragender Weise kompatibel ist. Trotzdem ist die direkte Begegnung zweier Menschen am Schachbrett nicht zu ersetzen. Über den 64 Feldern scheint die Sonne der Gerechtigkeit, darauf hat schon Emanuel Lasker hingewiesen. Schließen wir für heute mit dem Philosophen Schopenhauer: “Schach überragt alle anderen Spiele wie der Chimborasso* einen Misthaufen“. Nicht besonders diplomatisch, aber einprägsam!
*Chimborasso, Berg in Ecuador 6263. Erstbesteigung 1880, zwanzig Jahre nach Schopenhauers Tod
Solo für Deutschmann # 01
Laskers Corner – so nenne ich diese Glosse und denke dabei an die berühmte Ecke im Hyde Park. Die gibt es seit 1827, es ist aber nicht bekannt, ob Emanuel Lasker dort jemals über den gesunden Menschenverstand oder über Entscheidungsfindungen in pandemischen Lagen gesprochen hat. Anlass dazu hätte er als Zeitzeuge der Spanischen Grippe (1918 – 1920) allemal gehabt. Karl Marx und George Orwell jedenfalls haben an Speaker’s Corner die Öffentlichkeit gesucht und noch heute kann sich jeder dort auf eine Kiste stellen und über Gott und die Welt reden. Nur die Queen sollte er aussparen, denn sonst könnte es Ärger geben. Allerdings gibt die Queen schon seit längerer Zeit keinen Anlass zu kritischen Bemerkungen. Queen Elizabeth macht einen souveränen Eindruck und die Stimmung im Königreich, das sich a tempo aus der Krise impft, ist besser als bei uns. Bei der ersten nationalen Trauerfeier für die Opfer der Seuche beschwor Bundespräsident Steinmeier den Zusammenhalt der Gesellschaft: Wut haben, das dürfe man, räumte er ein, aber von Schuldzuweisungen sollte man absehen. Da hat er recht, aber gilt das für alle? Die Schauspieler und Schauspielerinnen, die ihr Unbehagen über das konzertierte Krisenmanagement von Regierung und Medien in mehr oder weniger gelungener satirischer Form und (#allesdichtmachen) mit gewagter Ironie an die Öffentlichkeit brachten, wurden mit einem Hagel von schärfster Kritik, Schmähungen und Drohungen überzogen. Plötzlich wollten Journalisten entscheiden, was Satire ist und was nicht. Vor Jahren avancierte ein Jan Böhmermann mit einem ziemlich dreckigen Schmähgedicht über den kranken Mann am Bosporus – unter medialen Beifall – zum systemrelevanten Satiriker. Unter Coronabedingungen gilt jetzt die Freiheit der Kunst bei vielen Zeitgenossen nicht mehr viel. Es wird höchste Zeit, dass sich in Deutschland die Herdenimmunität einstellt, damit die Gemüter sich beruhigen können. Behalten wir die Nerven. Zähigkeit ist gefragt. Und da ist Emanuel Lasker ein gutes Vorbild. Schlechte Stellungen haben ihn nie davon angehalten, gut zu spielen. Ganz im Gegenteil lief er dort oft zur größter Form auf. Sein Motto hieß „in der Krise muss man kämpfen, um gewinnen zu können“, aber mit Sinn und Verstand und vor allem Anstand. Bei einem Sieg sowieso und bei einer Niederlage noch viel mehr.