Mit dem Tartakower 2026 zeichnet die Emanuel Lasker Gesellschaft e.V. (ELG) besondere Verdienste zur Popularisierung des Schachs in der Öffentlichkeit aus. In den letzten Jahren haben erfolgreiche Schachstreamer wie The Big Greek oder Gotham Chess diese Auszeichnung erhalten. In diesem Jahr, das für die ELG wegen ihres 25-jährigen Jubiläums eine ganz besondere Bedeutung hat, ging die Auszeichnung ganz bewusst nicht an Influencer mit großer digitaler Reichweite, sondern an den „analog“ agierenden Schachzwerge Magdeburg e.V., der als größter deutscher Schachverein Schach in zahlreiche Kitas, Schulen und sogar seit kurzem im eigenen Schachhaus vielen Mensch nähergebracht hat. Der Fokus liegt dabei auf der Nachwuchsförderung, was bereits zu vielen Meistertiteln auf lokaler, regionaler, nationaler und internationaler Ebene geführt hat. Unter dem Motto „Miteinander Matt“ werden auch eigene Inklusionsprogramme vorangetrieben. Der Verein wächst seit der Gründung im Jahr 2009 kontinuierlich und hat inzwischen schon über 800 Mitglieder. Nähere Informationen zum Preisträger finden sich auf dessen Homepage.

Die Preisverleihung fand im feierlichen Rahmen in der Staatskanzlei von Sachsen-Anhalt statt. Namhafte Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Sport und Kultur ließen es sich nicht nehmen, der Einladung der ELG zur gemeinsamen Wertschätzung der Leistungen der Schachzwerge zu folgen. Hinter solchen Erfolgen stehen bekanntlich immer engagierte Menschen, die bereit sind, sich fürs Gemeinwohl ehren- oder hauptamtlich einzusetzen und damit ein wichtiges gesellschaftliches Miteinander ermöglichen und bewahren.
Eine ganz besondere Ehre bestand darin, dass der Ministerpräsident Sven Schulze ein Grußwort an die neuen Preisträger und die Gäste richtete. Er hob nicht nur die Erfolge der Schachzwerge hervor, auf die das ganze Land stolz sein könne, sondern auch die Bedeutung der Schachkultur für ganz Sachsen-Anhalt, das mit dem Schachdorf Ströbeck und dem Schachmuseum in Löberitz weitere Kulturgüter hat, die weltweit einmalig und herausragend sind.

Besonderen Applaus erhielt der Ministerpräsident für seine weisen Worte, dass die Politik vom Schach lernen könne. Denn strategischer Erfolg gründet immer darauf, nicht nur den nächsten Zug, sondern vorausschauend immer alle Züge bis zum Ergebnis zu denken. Sachsen-Anhalt verfüge insofern über viele Talente, was nicht nur die Schachzwerge beweisen, diese aber vorbildlich aufzeigen würden. Zu diesen Talenten gehörte auch der Nachwuchs des USC Magdeburg, der mit seinen nationalen Titelträgern als Gast ebenfalls an der Feier teilnahm. Auch dieser talentierte Nachwuchs ließ es sich nicht nehmen, sich mit dem Ministerpräsidenten und den Jubiläumstürmen und Lucky Pawns der ELG ablichten zu lassen.


Auch der neu gewählte Präsident des Deutschen Schachbundes richtete ein Grußwort an die Preisträger und Gäste. Er hob besonders die enge Verbindung des DSB mit der Schachmetropole Magdeburg hervor, in der schon mehrfach ein DSB-Gipfel stattgefunden hat und die alljährlichen Ausgaben der Deutschen Schach-Amateurmeisterschaften (DSAM) großen Zuspruch fänden.

Damit nicht genug, fand parallel zur Preisverleihung die Weltmeisterschaft im Lösen von Schachproblemen statt, der wohl anspruchsvollsten Form des Schachs. Das deutsche Team konnte dabei den WM-Titel erringen, was diesen „Schachtag“ gelungen abrundete. Nächstes Jahr ist Magdeburg schon wieder Ausrichter einer Schach-Weltmeisterschaft, nämlich der Mannschaftsweltmeisterschaft für Senioren. Jung und Alt werden damit auf höchstem Niveau über Schach in Magdeburg miteinander verbunden.

Ein weiteres Grußwort hielt die Präsidentin des Schachverbandes von Sachsen-Anhalt, die ebenso wie der Ministerpräsident die schachkulturelle Vielfalt von Sachsen-Anhalt und die generationsübergreifenden Vorteile des Schachs hervorhob. Das ehrenamtliche Engagement für Schach sei im ganzen Land außergewöhnlich und würde sich bei vielen Aktionen zeigen. Dass nun die Schachzwerge Magdeburg den Tartakower 2026 erhalten würden, sei eine Auszeichnung, die auch den Landesverband mit Stolz erfülle.

Vor der anschließenden Laudatio auf die Schachzwerge bedankte sich der Vorsitzende der ELG, Thomas Weischede, bei allen Vorrednern und insbesondere bei Ministerpräsident Sven Schulze. Denn sein Engagement bei dieser Preisverleihung zeige seine Wertschätzung für die vielen Menschen im Land, die ehrenamtlich Brücken statt Mauern bauen und sich für alle Menschen im Land gleichermaßen einsetzen. In der Laudatio wurden sodann die vielen Erfolge der Schachzwerge hervorgehoben, die sich mit diesem Preis nun auf Augenhöhe mit Schachpersönlichkeiten wie Magnus Carlsen, Judit Polgár, Vincent Keymer oder Elisabeth Pähtz befinden, um nur einige von ihnen zu nennen.
Den Preis nahm stellvertretend für die Schachzwerge deren Geschäftsführer Michael Zeuner entgegen, der sich herzlich bedankte und eindrucksvoll vermittelte, welche Arbeit mit diesen Erfolgen verbunden ist und vor welchen Herausforderungen die Schachzwerge noch stehen, die nun aber mit dem Schachhaus in Magdeburg einen weiteren Meilenstein auf ihrem kontinuierlichen Weg zur Förderung des Schachs erreicht hätten.

Passend zur Feier bot die Pianistin Mirjam Scholl erstklassige Meisterstücke, die Jung und Alt gleichermaßen begeisterten.

Vor dem geselligen Teil, der auch ein Konditionsblitzen bot, berichtete Frau Dr. Antje Gornig noch über den Stand zur Planung des Neubaus des Schachmuseum in Ströbeck sowie Konrad Reiß über die Projekte im Schachmuseum Löberitz.


Moderiert wurde dieser Teil der Feier von Rebekka Schuster, Vorstandsmitglied der ELG und selbst in Sachsen-Anhalt geboren und aufgewachsen. Als Tochter von Konrad Reiß und Mitglied der SG Löberitz 1871 e.V. ist sie bestens mit dem dortigen Museum und allen schachkulturellen Schätzen des Landes Sachsen-Anhalt vertraut.
Beim anschließenden Konditionsblitzen trat dann eine starke Mädchenauswahl unseres Partners CSC Aufbau 95 gegen eine ebenfalls spielstarke Auswahl der Schachzwerge Magdeburg an. Quasi in einem Fotofinish mit nur noch wenigen Sekunden Zeit konnte sich die im Durchschnitt etwas ältere und erfahrene Mädchenauswahl in einer überaus spannenden Partie mit einem Mattfinale gegen das starke Nachwuchsteam der Schachzwerge durchsetzen.






Der Vorsitzende der ELG bedankte sich bei dem Ministerpräsidenten Sven Schulze gesondert für sein Engagement und betonte, dass die ELG -auch mit Blick auf das CDU-Regierungsprogramm, das u.a. die Förderung des Ehrenamtes betont- über die Preisverleihung hinaus gern mit einer Landesregierung unter seiner Führung in der kommenden Legislaturperiode gemeinsam die schachkulturellen Schätze des Landes Sachsen-Anhalt fördern wird und sich insbesondere dafür einsetzt, viele Spenden für den Neubau des Museums in Ströbeck zu akquirieren. Zudem appellierte er auch mit Blick auf die baldigen Landtagswahlen, die Werte des Schachs, namentlich Respekt und Toleranz sowie Chancengleichheit und Zivilcourage, mit der ELG zu teilen und allen Bemühungen, die demokratische Gesellschaft spalten zu wollen, entschlossen entgegenzutreten.

Der Ministerpräsident griff diesen Appell gern auf und wies mit Zustimmung aller Gäste darauf hin, dass die vielen kulturellen Schätze und engagierten Menschen in Sachsen-Anhalt jede Wertschätzung und Unterstützung mehr als verdient hätten. Denn alle Bemühungen zum Trotz, das Land mit all seinen Erfolgen ständig schlecht zu reden, können die Menschen in Sachsen-Anhalt zu Recht auf viele gemeinsam geschaffene Erfolge stolz sein, die es zu bewahren und auszubauen gälte, was nur gemeinsam aus der Mitte der Gesellschaft heraus gelingen könne. Dem stimmten alle Gäste mit langanhaltendem Applaus gern zu.
Berlin, im August 2026
Thomas Weischede,
Vorstand ELG