9. Lasker-Gedenkturnier
  in Thyrow

 
 
 

9. Lasker-Gedenkturnier in Thyrow

Pokal an Karsten Schulz

von Roland Schmidt

Bei der Begrüßung der Teilnehmer durch den neuen Leiter des Ludwigsfelder Schachclubs Wolfgang Tilp sowie die Thyrower Bürgermeisterin Gertrud Klatt sprach letztere zu Recht von einer bereits guten Tradition des alljährlichen Lasker-Gedenkturniers. Tatsächlich fand es nunmehr schon zum 9. Mal im bewährten Zusammenwirken des LSC mit der Gemeinde Thyrow, die auch im dörflichen Wettbewerb eine gute Rolle spielt, am 6. Juli im Gemeindezentrum (in dieser gut ausgebauten Einrichtung zum 3. Mal) statt. Mit 96 beteiligten Schachfreunden konnte wieder eine sehr gute Resonanz verzeichnet werden und war man mit diesem zweitbesten Wert gar nicht so weit von der Rekordmarke des Jahres 2001 mit 112 Akteuren entfernt. In dem gut besetzten Feld mit zahlreichen bekannten Namen, darunter ein Internationaler - und drei FIDE-Meister, befanden sich erfreulicherweise erneut zahlreiche Nachwuchsspieler. Wie üblich wurde die Eröffnung des Turniers mit dem ersten Zug durch Frau Klatt vorgenommen und ließ sie es sich auch nicht nehmen, bei der Siegerehrung wieder dabei zu sein.

Bis dahin waren anstatt der bisherigen 7 diesmal 9 Runden mit jeweils 15 Minuten Bedenkzeit zu absolvieren. Dennoch blieb es bis zum Ende ein spannender Wettbewerb mit offenem Ausgang. Zur Vorschlussrunde lagen FM Karsten Schulz (VBSF Cottbus) mit 7 und IM Ralf Schöne (SV Marzahna) mit 6,5 Punkten bei noch weiteren Optionen auf den Turniersieg vorn. Die Remispartien mit ihren Kontrahenten reichten, um diese Platzierung auch zum Abschluss bestehen zu lassen. So konnten Karsten Schulz mit 7,5 Punkten den 1. Platz behaupten und auch Ralf Schöne mit 7 Zählern den 2. Rang vor den punktgleichen FM Alexander Kurz (FC Bamberg), Rainer Tröger (Ludwigsfelder SC) und Henryk Pecher (Rochade Potsdam West) auf den folgenden Plätzen 3 bis 5 verteidigen. Der Pokal der Bürgermeisterin ging damit, und das bereits zum 3. Mal in Folge, nach Cottbus, aus Vereinssicht zuerst zum RAW und danach jeweils zum VBSF, obwohl es beim Turniersieg selbst noch keine Wiederholung gegeben hat.

Es gab Ehrungen für die ersten sechs Plätze, so dass sich zu den bereits genannten Erstplatzierten als 6. mit 6,5 Punkten Michael Savoric (Hertha 06 Berlin) hinzugesellte; die beste Dame Gerda Strate (Betriebssport Gilette) mit 5 Zählern auf Rang 30, den besten Senior FM Günter Walter (Lok Brandenburg) mit 6 Punkten auf Platz 10 sowie die besten Jugendspieler in den Altersklassen U 14 Hans Werner Roitzsch (USV Potsdam) 3/85. und Julian von Herman (Lasker Steglitz Wilm.) 2/94. und U 18 Markus Minke (SV Marzahna ) 5/35., Andre Stratonowitsch 4,5/57. und Robert Hinsche (beide USV Potsdam) 4/64.

Die Ausstellungsstücke über Emanuel Lasker trugen zum würdigen Rahmen des wiederum gelungenen Turniers bei, das in der computergestützten Leitung durch René Schilling mit Assistenz von Martin Reinke und Ralf Havemann sowie der sorgsamen gastronomischen Betreuung seine sichere Grundlage hatte.

Durch die zu Beginn der Veranstaltung vom Vorstandsmitglied der Lasker-Gesellschaft Andreas Saremba erfolgten Ausführungen konnten sich die Teilnehmer über die laufenden Projekte bzw. Vorhaben informieren; so z.B. über die Ausstellung "Schadows Schachclub" in der Kunstbibliothek vom 3.10. - 16.11. 2003. Natürlich sehr unerfreulich war die Nachricht über die drohende Schließung der Lasker-Sekundarschule in der sogenannten Schachgemeinde Ströbeck infolge unzureichender Schülerzahl. Dem Bemühen der Gesellschaft um deren Erhalt schloss sich spontan der LSC an, in dem mit dankenswerter Unterstützung von Dr. Siegfried Augustat (USV Potsdam) sofort ein entsprechendes Schreiben an den Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt Prof. Dr. Wolfgang Böhmer verfasst wurde, dem sich zahlreiche Teilnehmer auf einer beigefügten Liste mit ihrer Unterschrift anschlossen. Schließlich wurde von verschiedenen Schachfreunden wieder von der Möglichkeit der Besichtigung des Lasker-Hauses Gebrauch gemacht.

 

aktualisiert: 17. August 2003