ELG – chess4europe feiert die Schachnation Ungarn

Im Rahmen des Projektes chess4europe hat die ELG nun auch einen e2-d2-Pawn in den Landesfarben von Ungarn gestaltet.

Damit ehrt die ELG nicht nur diese große Schachnation, die 1926, 1927, 1928, 1936 und 1978 im offenen Turnier und 1988 und 1990 bei den Frauen die Schacholympiaden gewinnen konnte, sondern 2024 auch Gastgeber der letzten Schacholympiade (Budapest) war und eine Fülle von Weltklassespielern hervorgebracht haben, unter denen sicherlich die Polgár-Schwestern und Spieler wie Andor Lilienthal, Géza Maróczy, Lajos Portisch und Peter Leko herausragen. Judit Polgár wurde 2024 bereits mit der Vera 2025 ausgezeichnet.

Judit Polgár (in der Mitte) mit der Vera 2025 (Foto: Tobias Ahlbrecht)

Im Schach gibt es auch eine ungarische Verteidigung, die nach den Zügen 1. e4 e5 2. Sf3 Sc6 3. Lc4 Le7 entsteht und auf eine Fernschachpartie zwischen führenden Pariser Schachmeistern und dem Pester Schachclub von 1842 bis 1845 zurückgeht und auf eine solide Verteidigung abzielt, die schwer zu überwinden ist.

Die ELG freut sich, dass künftig auch eigene Events in Ungarn geplant sind und möchte daran erinnern, dass mit Andor Lilienthal (1911 bis 2010) und Géza Maróczy (1870 bis 1951) auch zwei absolute ungarische Weltklassespieler aus früheren Zeiten enge Bindungen zu Lasker aufweisen. Lilienthal war ein enger Freund Laskers im Moskauer Exil und hat oft gemeinsam mit ihm analysiert. Beide spielten in den Turnieren von Moskau 1935 und 1926 drei Turnierpartien gegeneinander, aus denen Lilienthal 2 von 3 Punkten (ein Sieg, zwei Remisen) erreichen konnte.

Maróczy war der Trainer des späteren Weltmeisters Max Euwe und ernsthafter Herausforderer des Weltmeisters Lasker. Fast wäre es ihm als damalige Nr. 2 der Welt nach Lasker im Jahr 1906 gelungen, gegen Lasker einen WM-Kampf zu spielen, der aber an den wirtschaftlichen Konditionen scheiterte. Maróczy selbst erzielte dabei großartige Resultate gegen zahlreiche Weltklassespieler, blieb aber stets ein treuer „Kunde“ Laskers, gegen den er in sieben Turnierpartien nur ein Remis schaffte. Zuletzt spielten beide gegeneinander im berühmten Turnier New York 1924. Noch heute gilt aber der Maróczy-Aufbau gegen die Sizilianische Verteidigung als probates Erfolgsmodell, so dass auch auf diese Weise das reichhaltige Erbe des ungarischen Schachs noch überall nachwirkt.

Jeder Lucky Pawn kann bei der ELG für 10,00 €/Stück plus Versandkosten erworben werden.

Berlin, im April 2026

Thomas Weischede,

Vorstand ELG