Peter Leko mit Lasker 2026 ausgezeichnet

Anlässlich des Festaktes zum 125-jährigen Jubiläum des Berliner Schachverbandes, das im Rahmen der zentralen Endrunde der Schachbundesliga im Willy-Brandt-Haus begangen wurde, hat die ELG den Lasker 2026 verliehen. Preisträger im Jubiläumsjahr der ELG ist Peter Leko, der sich auf vielfältige Weise um die Förderung des Schachs als Kultur- und Bildungsgut verdient gemacht hat.

Marina und Sven Noppes, Peter Leko mit dem Lasker 2026, Thomas Weischede und
Paul Meyer-Dunker (Foto: Anna Endreß)

Unzähligen Schachfreunden ist Peter Leko als ehemaliger Spitzenspieler, WM-Herausforderer 2004, als genialer und unterhaltsamer Schachkommentator und als Trainer von Vincent Keymer bekannt. Für all diese Erfolge hätte ihm eigentlich neben dem Lasker auch ein Viktor und ein Tartakower verliehen werden müssen. Die Wahl fiel aber deswegen auf den Lasker, weil Peter bei all seinen Erfolgen immer das Schach selbst in den Vordergrund stellt und in der ihm eigenen und überaus sympathischen Art stets um Objektivität bemüht ist. Damit lebt er nach Laskers Spruch, dass Lüge und Heuchelei auf dem Schachbrett nichts gelten. Dafür lieben ihn alle Schachfreunde weltweit. Peter ließ es sich trotz Kommentatorenpflicht nicht nehmen, selbst eine kurze Dankensrede zu halten, die freundlicherweise von Chess Tigers schon veröffentlicht wurde und ein wahrer Genuss ist.

Für die ELG ist es ein ganz besonderer Glücksfall, Peter Leko zum eigenen Jubiläum und kurz nach den Wahlen in Ungarn mit diesem Preis auszeichnen zu dürfen. Denn die große Schachnation Ungarn hat mit einer Fülle herausragender Weltklassespieler nicht nur das Schach allgemein bereichert, sondern ist auch eine feste und unverzichtbare Größe im geeinten Europa, der gerade das wiedervereinte Deutschland viel zu verdanken hat. Denn kurz vor dem Mauerfall war es gerade die durchlässige ungarische Grenze, die vielen ehemaligen Bürgern der DDR die Flucht ermöglicht hat.

Der Unterzeichner kennt Peter Leko seit den großartigen Dortmunder Schachtagen von 1992. Er war live beim Sieg im Kandidatenturnier 2002 zugegen – auch ein unglaubliches Schachfest kurz nach Gründung der ELG. Sodann wurde bei der WM 2004 mitgefiebert, die denkbar knapp zu Gunsten von Wladimir Kramnik ausging. Auch danach erzielte Peter noch herausragende Erfolge und gehört heute immer noch zu den Top 100 Welt. Seine Fähigkeit, selbst komplizierte Stellungen einfach verständlich und unterhaltsam zu kommentieren, übertrifft all dies fast noch. Denn so macht ein Weltmeister der Herzen und wahrer Gentleman des Schachs unseren Schachsport für alle nah- und erlebbar.

Lieber Peter, herzlichen Dank dafür und bitte weiter so. Die ELG freut sich auf viele gemeinsame Projekte mit Dir in Ungarn und Deutschland.

Berlin, im Mai 2026

Thomas Weischede,

Vorstand ELG